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Argentinien

Unser Plan war es gewesen nachdem wir durch Argentinien gefahren waren, noch für eine Weile durch Brasilien zu reisen. Da wir aber beide erledigt waren und eine Reisepause dringend nötig hatten, gab es eine Planänderung und wir entschieden uns die Iguazu Wasserfälle (von der brasilianischen Seite aus) anzusehen und dann Richtung Buenos Aires weiter zu reisen, um von hier aus das Motorrad per Flugzeug nach Madrid zu verschicken. Neils Eltern machen gerade in Portugal Urlaub und wir wollten sie mit einem Besuch überraschen.
Und so haben wir es auch gemacht!

Die Iguazu Wasserfälle, aus 200 Wasserfällen bestehend waren großartig und eines der Highlights der Reise. Die Niagara-Fälle sehen dagegen sehr klein und mickrig aus. Ein toller Vogelpark liegt direkt nebenan und viele der Arten, die wir z.B. in Costa Rica oder Ecuador beobachten konnten, leben hier in Volieren (meist in angemessener Größe).

In Argentinien gingen wir natürlich einige Male lecker Steak essen!

In Buenos Aires ging es für uns auf den sogenannten “Blue Market”, der sich auf der Calle Florida befindet (Straße, auf der man besonders, wenn man Sandalen mit Tennissocken oder Trekkingrucksäcke trägt von überall her “CAMBIO CAMBIO, good price for you” zugerufen bekommt) und auf dem wir “nicht ganz legal” unsere mitgebrachten US Dollars für einen viel besseren Deal, als in den Wechselstuben umtauschten. Dadurch konnten wir beim Motorradtransport usw. Einiges (um die 30 %) sparen.

Das Motorrad brachten wir in Buenos Aires zum Flughafen, wo es auf eine Palette geladen, mit Plastikfolie eingewickelt und schon am darauf folgenden Tag in Madrid ankommen würde. Wir selber flogen mit Bolivian Airlines mit Umstieg in Santa Cruz/ Bolivien nach Madrid.

Dort angekommen, holten wir das Bike ab, befreiten es von der Plastikfolie, pumpten Reifen auf, aus denen für den Flug Luft herausgelassen worden war,  bauten die Batterie wieder ein, packten unsere Habseligkeiten zusammen und machten uns auf den Weg Richtung Portugal, wo wir nun ein paar Tage entspannen ohne uns Gedanken über die nächste Reiseroute, Unterkunft etc. machen. Die Überraschung ist uns übrigens gelungen :)!

Ende Juli wollen wir dann wieder in Hamburg sein. Die genaue Rückreise wird noch geplant…bald!

Bolivien

Nachdem wir ohne Probleme die Grenze überquert hatten, verbrachten wir 2 Nächte in Copacabana einem kleinen Ort direkt am Titicaca See gelegen. Die Atmosphäre und Menschen hier schienen etwas entspannter und weniger hektisch als in Peru. Beim Erkunden der Umgebung sahen wir, als wir an einer Kirche vorbeiliefen, wie eine Reihe mit Blumen geschmückter, neuer Autos von einem Pastor gesegnet – und anschliessend von den Besitzern mit Sekt und Inka Kola besprüht wurden – interessantes Schauspiel!

Eine aus Holz bestehende, wackelige Fähre, für die es in Deutschland keinen TÜV geben würde, brachte uns nach Weiterfahrt über einen Teil des Titicaca Sees.

In La Paz gingen wir auf einen Hexenmarkt, bei dem Lamaföten zum Verkauf standen. Beim Bau eines neuen Hauses werden sie unter der Schwelle vergraben und sollen dem Besitzer Glück bringen.

Von hier aus machten wir uns auf den Weg, um die legendäre Todesstrasse “Yungas Road” zu befahren (die allerdings, da es inzwischen auch eine asphaltierte Strasse gibt und nur noch Touristen auf Mountain Bikes darauf unterwegs sind, nun ziemlich sicher ist). Wegen eines Erdrutsches, der die Durchfahrt versperrte, kamen wir aber nicht dazu. Als wir hier durch eine matschige Pfütze fuhren, drehte sich das Motorrad um 180 Grad und blieb dann in einem Graben stecken. Vorbeifahrende LKW Fahrer stiegen aus und halfen, es wieder heraus zu heben.

In Bolivien zahlen Touristen für Benzin mehr als doppelt soviel wie die Einheimischen und an einigen Tankstellen verkaufte man gar nicht an uns. In La Paz gab uns ein freundlicher Tankwart für ein kleines Trinkgeld den lokalen Preis.

Mir war in Copacabana eine Zahnfüllung, die eigentlich im Dezember in New Mexico bereits erneuert worden war, nochmals herausgefallen und wir fanden in La Paz einen Zahnarzt, der sich darum kümmerte. Dies hatte in den Staaten 300 Dollar gekostet, in Bolivien zahlt man nur 80 Dollar für die Behandlung.

Uyuni ist ein unspektakulärer,weit abgelegener Ort im Süden Boliviens. Allerdings liegt hier der grösste Salzsee der Erde “Salar de Uyuni”, auf den wir mit dem Motorrad fuhren und wo jetzt wärend der Nebensaison nur sehr wenige Touristen unterwegs waren.

An der Grenze nach Argentinien, die wir früh morgens erreichten, benötigten wir, wie bereits so oft eine Versicherung für das Motorrad (in Mittelamerika meist freiwillig). Der Kauf war bisher immer direkt an der Grenze möglich gewesen, was hier nicht der Fall war. Wir mussten, nachdem es schwierig genug gewesen war, überhaupt eine Versicherungsgesellschaft im 2km entfernten Ort zu finden, zu dem wir zu Fuss liefen, den gesamten Tag darauf warten.

Am nächsten Tag konnten wir endlich weiterfahren!

Argentina here we come J

Peru

Die Westküste und der Norden Perus besteht zum grössten Teil aus Wüstenlandschaften. Durch Diese fuhren wir für die ersten Tage und waren erschrocken, angesichts der extremen Armut und Lebensumstände der Menschen hier. Die Häuser waren selbst gebaut, bestanden aus Strohmatten ohne Fenster und waren umgeben von Abfall und Schmutz, der auch überall verbrannt wurde, wodurch es bestialisch stank und da es in den Slums keine richtigen Strassen gab, war es staubig und Sand wehte durch die Gegend. Die meisten Kinder hier gehen nicht zur Schule, da die Eltern sich die Gebühren nicht leisten können und müssen arbeiten. Diesen Teil von Peru bekommen die meisten Pauschaltouristen wohl nicht zu sehen.

Die Peruanerinnen tragen traditionell bunte weite Röcke und aus einem Tragetuch auf dem Rücken schaut oft ein Baby heraus. Bis ins hohe Alter schuften Frauen und Männer auf dem Markt oder arbeiten auf dem Feld. Mir fielen auch die besonders langen Haare der Frauen auf, die zu 2 langen Zöpfen geflochten und am Ende zusammen gebunden werden, ältere Frauen flechten schwarze Fäden mit ein um sie dicker aussehen zu lassen. Typisch sind auch weit oben auf dem Kopf sitzende Hüte.

Auf der Strasse Canon del Parto, die uns von anderen Bikern empfohlen worden war und die landschaftlich wirklich beeindruckte, ging plötzlich eine Dichtung unseres Stossdämpfers kaputt und es tropfte Öl heraus. Es lagen noch ca. 50 km auf der Schotterstrasse vor uns und wir hoppelten nur langsam weiter um die Federung nicht zu beschädigen. In Lima wurde glücklicherweise Alles repariert und wir liessen auch neue Reifen montieren.

Oft ging es in den Anden bis auf 4500 Meter hinauf und Alpakaherden, die die Kälte hier oben wegen ihres dicken Felles gut aushalten, überquerten die Strassen vor uns (in Peru leben 80 % der Alpakas der Welt und ca. 3,5 Millionen an der Zahl). In Cusco kann man auf Märkten günstige (im Vergleich zu Deutschland) Alpaka-Kleidung, Felle und allerhand andere Souvenirs erwerben.

Von hier aus machten wir einen Ausflug zu verschiedenen Inkaruinenstätten. Die Inkas herrschten zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert. Besonders bemerkenswert ist, wie die Inkas Festungsmauern, aus ineinander verzahnten, teilweise riesigen, bis zu 300 Tonnen schweren Steinen erbauten. Darüber wie und mit welchen Wekzeugen sie errichtet wurden, gibt es nur Vermutungen.

In Cusco tranken wir Mate de Coca (Coca-Tee), der aus den Blättern des Cocastrauches besteht, aus denen auch Kokain hergestellt wird. Er soll gegen die Höhenkrankheit und die bessere Aufnahme von Sauerstoff helfen und wir hatten das Gefühl, dass es funktionierte. Die Einfuhr von Cocablättern nach Deutschland ist verboten.
Typisch für Peru ist auch Cuy (am Stück gebratenes Meerschweinchen).

 

In Pisco besuchten wir eine Familie, bei der Neils Kousin vor 7 Jahren, nachdem der Ort durch ein verheerendes Erdbeben fast vollständig zerstört wurde, gelebt und beim Wiederaufbau geholfen hatte. Wir wurden herzlich von der alleinerziehenden Mutter mit 3 Kindern empfangen, die ein kleines Reihenhaus mit 2 Zimmern bewohnten. Auch hier sahen wir viel Elend und ein Sicherheitsfahrzeug fuhr durch die staubigen Schotterstrassen. Peru wird leider häufig von Erdbeben heimgesucht.

Mototaxis (ähnlich wie Rickschas) sind ein beliebtes Transportmittel und jegliche Gegenstände werden, solange es irgendwie passt, aufgeladen und transportiert. Man sieht aber auch viele Esel und Pferde die als Arbeitstiere eingesetzt werden.
Motorräder gibt es hier weniger, was wohl auch mit den starken Abgasen (die durch sehr dreckiges Benzin entstehen) oder den rücksichtlosen oder ungelernten Fahrern zu tun haben mag.

Laut Neil ist der Verkehr in Peru der bisher Chaotischte und dies kann ich als Passagier nur bestätigen. Die Bus – und Autofahrer haben einen sehr agressiven Fahrstil, es wird soviel gehupt, wie in bisher keinem Land. Taxis hupen im übrigen jeden potentiellen Fahrgast mehrmals an (auch uns, in Motorradkluft neben dem Bike stehend).

Unterkunft und Lebensmittel waren in Peru besonders außerhalb der Touristengegenden sehr günstig.

Nun sind wir schon fast in Argentinien, schreiben aber natürlich auch noch über unsere Zeit in Bolivien.. dazu im nächsten Post!

Ecuador – klein aber oho!

Ecuador – klein aber oho!

Die Grenzformalitäten waren innerhalb von einer Stunde erledigt und wir waren im nächsten Land angekommen.
Der Geldwechsler an der Grenze gab uns sogar mehr heraus, als der aktuelle Wechselkurs gerade betrug.
Seit Reisebeginn in Halifax liegen bereits 28.000 km im Motorradsattel hinter uns und wir haben 10 Länder bereist.

Wir hatten gelesen, dass es auf der Insel Isla de la Plata (Silberinsel) auch “Galapagos für Arme” genannt, viele der Tiere, die auch auf den Galapagosinseln leben, zu sehen gibt und machten einen Tagesausflug per Boot von Puerto Lopez aus. Auf der Insel angekommen, nahmen wir an einer Wanderung bei 38 Grad in gleißender Hitze ohne Schatten teil und konnten Blaufusstölpel, Pelikane, balzende Fregattvögel, grüne Wasserschildkröten und bunte Korallenfische beobachten. Mit Glück sieht man hier auch manchmal Buckelwale, leider nicht zu dieser Jahreszeit.

Anschließend ging es in die Hauptstadt Quito, wo wir uns mit Neils Kousin Asa, der hier geschäftlich zu tun hatte und später auch mit Greg aus Minnesota, der mit uns eine Zeit lang weiterreisen wollte, trafen.
Zusammen mit Asa besuchten wir das Intinan Museum, das direkt auf dem Äquator liegt und gingen zu einem Fussballspiel in dem ecuadorianische Mannschaften ein mehr oder weniger gutes Spiel ablieferten. Die Atmosphäre im Stadion war allerdings umso besser und wärend des gesamten Spieles wurden wir von kreischenden Verkäufern umkreist, die Cervezas, Empanadas, Sonnenhüte und Co. an den Mann zu bringen versuchten. Die Altstadt Quitos ist hervorraged erhalten und wir probierten hier Canelazo, einen leckeren warmen, alkoholischen Drink, typisch in den Andenregionen. In Quito gab es dann auch endlich etwas Abwechslung, was unsere Essensauswahl von Reis und Hühnchen oder Reis und Hühnchen in den letzten Wochen anging..

Auf der “Straße der Vulkane” befindet sich der Cotopaxi-Vulkan (5897 m) einer der höchsten aktiven Vulkane Südamerikas, doch er versteckte sich hinter einer dicken Wolkendecke und auch der nicht mehr aktive Chimborazu-Vulkan (6267 m), der der Sonne am nächsten gelegene Punkt der Erde bot uns dank der Wolken leider keine freie Sicht aber wir sahen hunderte Vikunias (Lama-ähnliche Tiere) in der Umgebung.

Aufgrund der unterschiedlichen Höhenlagen in Ecuador (0-6000 m) ist das Klima hier sehr vielfältig. Wir mussten einige Male in kürzester Zeit mit Regen, Kälte oder Hitze kämpfen. Es dauerte auch eine Weile, bis wir uns in höheren Höhenlagen aklimatisiert hatten und das Atmen wieder leichter wurde.

Viele Strassenschilder machten immer wieder darauf aufmerksam, die Umwelt nicht zu verschmutzen und die Gewässer sauber zu halten. Wir sahen oft, wie Müll aus Autos oder einfach achtlos in die Gegend geworfen wurde, Flüsse waren zumeist verdreckt. Im Gegensatz zu Kolumbien konnten wir in Ecuador kein Leitungswasser trinken.

Bei unserer Fahrt durch kurvige Andenstraßen sahen wir wie die indigene Bevölkerung noch sehr ursprünglich und einfach im Einklang mit Natur und Tierwelt lebt – fast ein wenig romantisch, aber bestimmt kein einfaches Leben in der teilweise rauen Landschaft bei Kälte und ohne fließend Wasser und Strom.

Bis zum nächsten Post – dann aus Peru!

Kolumbien

Die meisten Menschen denken, wenn sie von einer Reise durch Kolumbien hören, zuerst an Farc Guerrilla Gruppen, Entführungen, Raubüberfälle, Ghettos und Kokainhandel – und schmuggel.
Auf unser Tour durch dieses Land wurde uns schnell klar, dass es noch viel mehr “zu bieten hat”!
Besonders gefällt uns, dass Motorräder hier keine Maut zahlen müssen. An jeder Mautstelle gibt es eine seperate Spur für “Motos” – da freut sich unsere Reisekasse!

In der Hafenstadt Cartagena machten wir mit den Belgiern einen Stadtrundgang und da gerade Filmfestspiele waren, schauten wir im Theater einen Film gratis an.
Wir reisten über Santa Marta nach Minca, einem kleinen Bergdorf, wo tausende Zikaden in einem Baum über unserem Zimmer laut zirpten und das Einschlafen fast unmöglich machten. Wir hatten allerdings einen tollen Ausblick über die Berge und waren mitten in der Natur.

Anschließend ging es mit Halten in einigen kleineren Örtchen nach San Gil, von wo aus wir eine schöne Wanderung auf dem Camino Real Trail machten, uns einige alte Dörfer anschauten und über Villa de Leiya weiter nach Bogota fuhren. Hier trafen wir uns mit Greg wieder, der Costa Rica etwas später verlassen hatte. In Bogota gibt es ein tolles Gold Museum und die Altstadt “Calanderia“ lädt zum Bummeln und natürlich zum Genießen einer Tasse kolumbianischen Kaffees ein. Überall gibt es “Streetfood”: Empanadas, Arepas, Bunuelos, Salpicon, Obleas etc.  (zwar sehr lecker, aber fast Alles frittiert).
Wir hatten Glück und sahen einige Straßenparaden. In den Vororten Bogotas gibt es große Armenviertel.